EightyOne

Archiv für September, 2009

Nein, ich rauche nicht mehr. Und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass dies so bleiben wird. Mit grosser Wahrscheinlichkeit dank meinem Sturkopf. Manchmal steht er mir im Weg, manchmal hilft er aber auch und beim Aufhören war er ganz klar sehr nützlich.

Am kommenden Freitag sind es nun bereits zwei Monate, in welchen ich keine einzige Zigi mehr zwischen Mittel- und Zeigefinger geklemmt habe. Klar, Versuchungen waren jede Menge da. Vor allem die Verbindung zu Bier scheint sich tief in mein Oberstübchen gefressen zu haben. Aber wie gesagt, mein Sturkopf hat mich aus jeder dieser Situation gerettet.

Gerade vorgestern ist mir einmal mehr bewusst geworden, welchen Zwängen ich mich als Raucher ständig ausgesetzt habe. Ich bin mit der Deutschen Bahn von Rotterdam nach Hause nach Luzern gefahren. Eine Strecke von 800 Kilometern oder 8 Stunden Fahrzeit. Und auch bei der DB ist es wie bei den SBB: Der öffentliche Verkehr ist rauchfrei.

Vor zwei Monaten wäre eine solche Reise für mich wohl noch etwa so abgelaufen: In Rotterdam Gepäck in den Zug, raus noch eine rauchen, in den Zug, Abfahrt, in Utrecht aussteigen, aufs nächste Perron, in die 15 Minuten Wartezeit passen 3 Zigis, dann quääälende Stunden bis nach Frankfurt, aussteigen, sofort einen Raucherbereich suchen, Verzweiflung, Stress, rauchen, in Mannheim das selbe nochmals, kurz vor Basel wäre es dann wieder kritisch geworden, in Basel voller Erleichterung wieder den Qualm reinziehen, die letzte Stunde bis nach Luzern mehr schlecht als recht durchhalten, in Luzern in sekundenschnelle eine Zigi anzünden, rauchend nach Hause laufen, in die Wohnung, auf den Balkon und mir eine Beruhigungs-, Belohnungs- und Abschlusszigi gönnen.

Die Reise ist ja schon anstrengend genug, aber was ich mir da jeweils für einen Stress gemacht habe. Noch schlimmer war es jeweils im Flugzeug. Da ich wahnsinnig Schiss vor dem Fliegen habe, war es ohne das Rauchen jeweils kaum auszuhalten.

Wenn ich zurückdenke, bin ich wahnsinnig froh, nicht mehr rauchen zu müssen. Zugegeben, ich war schon ein sehr süchtiges Exemplar eines Rauchers, aber ähnliche Zwänge hat sicher jeder Schloter. Egal wo man hinkommt, man sucht sich erst mal den Platz, an welchem man rauchen kann: Am Bahnhof, im Flughafen, im Restaurant, in der Bar, in einer fremden Wohnung… Dies war für mich im Nachhinein definitiv eine der schlimmsten Begleiterscheinungen des Rauchens.

Heute, 2 Monate, 1750 nicht gerauchte Zigis und 604 gesparte Franken (!!!) später bin ich enorm froh, diesen Zwängen nicht mehr ausgesetzt zu sein. Und nebenbei hat sich so Vieles verbessert, vor allem Körperliches, dass ich nie nie nie mehr eine Zigi anmachen möchte… und werde!